Miris Orbit

Vom Schreiben, Zeichnen und Science Fiction

Skýmir Kurzgeschichte »Leben«

Ský­mir Kurz­ge­schich­te »Leben« ist die ers­te aus »Ský­mir: Geschich­ten« die ich hier online ver­öf­fent­li­che. Wei­ter unten im Bei­trag fin­det ihr sie, natür­lich kos­ten­los. Aber irgend­wann erscheint eine Kurz­ge­schich­ten-Samm­lung, die gibt’s dann aber nicht für lau 😉
Das­sel­be gilt für die Ský­mir Haupt­ge­schich­te (eben­falls Sci­ence Fic­tion mit Fan­ta­sy-Ele­men­ten), viel­leicht schaut ihr ja mal in die Lese­pro­ben rein! Teil 1 gibt’s hier!

Es kommt nicht sel­ten vor, dass ich mir vie­le – wenn nicht zu vie­le – Gedan­ken über alles Mög­li­che mache. Mir ist es eben wich­tig, mich wei­ter zu ent­wi­ckeln, dazu zu ler­nen und Fort­schrit­te zu machen, die idea­ler­wei­se auch ande­ren posi­tiv auf­fal­len. Frü­her oder spä­ter zumin­dest.
Die Dai­ly Vlog Chal­len­ge habe ich erfolg­reich abge­schlos­sen und ich emp­fin­de sie tat­säch­lich als Erfolg. Ein per­sön­li­cher Erfolg, ich glau­be die­se Her­aus­for­de­rung hat mich per­sön­lich wei­ter gebracht.
Eben­falls erwähnt habe ich kom­men­de Ände­run­gen für mei­nen Blog und Soci­al Media Accounts. Die Namens­än­de­run­gen habe ich schon voll­zo­gen, wie dem einen oder ande­ren wohl auf­ge­fal­len ist. Hof­fent­lich.

Also was kommt nach der Vlog Chal­len­ge? Eine Wri­ting Chal­len­ge! Kurz­ge­schich­ten zu Ský­mir waren ja sowie­so geplant und nun habe ich damit ange­fan­gen.
Für den Monat Juni habe ich zwan­zig The­men, bezie­hungs­wei­se Stich­wör­ter- oder Sät­ze, die als Inspi­ra­ti­on die­nen.
Ich wer­de aber nicht alle online stel­len, vie­le sol­len geheim blei­ben, es müs­sen ja noch wel­che für mein Zukünf­ti­ges Buch übrig sein.
Die Kurz­ge­schich­ten-Rei­he nen­ne ich schlicht und ein­fach »Ský­mir Geschich­ten« um sie von der Haupt­ge­schich­te (nur »Ský­mir«) abzu­he­ben. Hier­für habe ich auch schon ein ers­tes Cover gemacht. Nicht jede ein­zel­ne Geschich­te wird ein auf­wän­di­ges Cover wie das hier bekom­men. Viel­mehr wird dies als Cover für meh­re­re Kurz­ge­schich­ten die­nen, die ich alle in ein Heft ver­pa­cken will.
Los geht’s…

Skýmir Kurzgeschichte "Leben"

Skýmir Kurzgeschichte »Leben«

Mit dem Data­pad in der einen – und zer­knit­ter­ten, per Hand gekrit­zel­ten Noti­zen auf einem mitt­ler­wei­le schä­big aus­se­hen­dem Fet­zen Papier in der ande­ren – stapf­te ein Mann durch die raue Land­schaft. Der Wind mach­te ihm das Vor­an­kom­men schwer, was zuvor noch als stei­fe Bri­se bezeich­net wer­den konn­te, wur­de all­mäh­lich zu einem Sturm. Er hat­te alle nöti­gen Mes­sun­gen vor­ge­nom­men, Daten gesam­melt und die Gegend aus­gie­big gescannt. Nun woll­te er nur schnell zurück nach Hau­se, wo er in einer der bes­se­ren Con­tai­ner­sied­lun­gen in Süd-Del­lin­gur leb­te. Sei­ne Frau war­te­te sicher schon auf ihn und er war gespannt, was es heu­te zu Essen geben wür­de. Sein Magen knurr­te. Außer ihm gab es so weit er wuss­te, kei­ne ande­ren Kar­to­gra­phen. So etwas brauch­te heut­zu­ta­ge kei­ner mehr, die Tech­no­lo­gie ersetz­te vie­le Beru­fe. Wie die­sen, der schon längst aus­ge­stor­ben war. Eigent­lich. Aber er hat­te die­se Nische ent­deckt. Dro­nen kön­nen die Sin­ne, die Wahr­neh­mung und das Auge für Klei­nig­kei­ten nicht erset­zen, das ein Mensch hat, fand er. Und tat­säch­lich wur­de er immer häu­fi­ger ange­heu­ert, die Gegend außer­halb der Gren­zen der Zivi­li­sa­ti­on zu erkun­den. Für gutes Geld. Damit wür­de er sich irgend­wann einen bes­se­ren Con­tai­ner leis­ten kön­nen – ach was, ein rich­ti­ges Apart­ment in der Stadt! Der Him­mel begann sich zu ver­dun­keln und kün­dig­te nichts Gutes an. Sand wur­de dabei vom tro­cke­nen Boden auf­ge­wir­belt, er kniff die Augen zusam­men. Er hat­te sein Gli­de­bike bei­na­he erreicht, doch Staub, halb-ver­trock­ne­te Gras­hal­me und Sand­kör­ner wur­den zum ernst­zu­neh­men­den Pro­blem, wie sie ihm um die Ohren peitsch­ten. Das Bede­cken des Gesichts mit dem Arm nütz­te nur wenig. “Moment! Ich habe ja noch mei­ne Bril­le und die Mas­ke!” fiel ihm ein. Die Mas­ke, die er nor­ma­ler­wei­se unter dem Helm trug, ver­barg das Gesicht voll­ends, bis auf die Augen. Bei­des hat­te er in eine sei­ner zahl­rei­chen Jacken­ta­schen gesteckt.
Er klemm­te das Data­pad unter den Arm und fing an in sei­ner lin­ken Tasche zu kra­men. Doch das war sie nicht, fal­sche Tasche. Da waren nur die Hand­schu­he und eine Packung Bon­bons an deren Her­kunft er sich nicht erin­ner­te. Dann muss­te es die rech­te sein!
Umständ­lich ver­such­te er mit dem Gerät unter dem lin­ken Arm die rech­te Jacken­ta­sche zu errei­chen. Er fluch­te lei­se vor sich hin.

Und es geschah, wie es nicht hät­te anders kom­men kön­nen: Er ließ das Data­pad fal­len. Nicht nur das, es lan­de­te direkt auf sei­nem Fuß.
“Ver­fluch­te Schei­ße!” schrie er vor Schmerz, bück­te sich und hob es auf. In dem kur­zen Augen­blick den er mit dem Gesicht nahe am Boden war, ver­schluck­te er ein wenig her­um­wir­beln­den Sand. Er spuck­te aus, rieb sich mit dem Ärmel das Gesicht. Und da flo­gen sie davon. “Mei­ne Noti­zen!”
Sofort stol­per­te er sei­nem durch den Wind davon getra­ge­nen Zet­tel hin­ter­her. Er rann­te und rann­te,

Satur­day, 2 June 2018 doch sei­ne Noti­zen waren schnel­ler als er und droh­ten ihm end­gül­tig zu ent­wi­schen. Auf nim­mer Wie­der­se­hen.
Wei­ter und wei­ter ent­fern­te er sich von der Stel­le, an der er sein Bike hat­te ste­hen las­sen. Er konn­te kaum gucken, doch er sah jetzt, dass etwas sich in unmit­tel­ba­rer Nähe vor ihm abzeich­ne­te. Fel­sen?
Das Stück Papier flat­ter­te dar­auf zu. Nun erkann­te er, das es eine Höh­le war! Den Noti­zen hin­ter­her lief er hin­ein, das schon halb zer­fetz­te Schrift­stück tän­zel­te mit einem letz­ten Schwung um eine Ecke und schien dann sei­ne Rei­se been­den zu wol­len.

Er muss­te sich nicht mehr beei­len und ver­lang­sam­te das Tem­po.
Die­ser Ort war ihm nicht geheu­er, aber wenigs­tens war es wind­still.
Da sah er die Noti­zen auf dem schwar­zen, stei­ni­gen Boden lie­gen. Er ging in die Knie, hob sie auf und betrach­te­te das Elend. Sah ganz schön mit­ge­nom­men aus. Er steck­te es in eine sei­ner Taschen. Das hät­te er von Anfang an tun sol­len. Er ärger­te sich über sich selbst. Ver­gaß es aber schnell, genau wie sei­nen lee­ren Magen, als etwas sei­ne Auf­merk­sam­keit erreg­te.
Da! Da hin­ten hat­te sich doch eben etwas bewegt, oder nicht? Lang­sam ging er näher her­an, auf lei­sen Soh­len. Er woll­te es nicht ver­schre­cken. Am Boden vor einem gro­ßen Stein, oder Fels, er konn­te es nicht genau erken­nen, husch­te etwas läng­li­ches. Viel­leicht eine Schlan­ge oder eine Eidech­se? Viel­leicht war er gera­de dabei, eine unbe­kann­te Spe­zi­es zu ent­de­cken?!
Er stand schon kurz davor, konn­te aber nicht aus­ma­chen um was es sich hier han­del­te. Des­we­gen nahm er das Data­pad in bei­de Hän­de und akti­vier­te den Licht-Modus. Sogleich leuch­te­te es sanft bläu­lich auf.

Das Ding vor sich erin­ner­te zwar an eine Schlan­ge, aber wo war nur der Kopf? Sie hat­te außer­dem gro­ße Zacken, oder eher her­vor­ste­hen­de, lan­ge, spit­ze Schup­pen.
Von irgend­wo hör­te er ein Geräusch. Wie ein Luft­zug. Oder ein Schnau­ben.
“Aber…” dach­te er und ver­such­te sich einen Reim zu machen. Er beleuch­te­te den Fel­sen, aus dem die Schlan­ge her­vor­kam.
Der Fels hat­te auch gro­ße, spit­ze Schup­pen! Es war kein Fels und da war auch kei­ne Schlan­ge, son­dern der Schwanz von irgend­et­was Gro­ßem!
Panik schoss in ihm hoch. Lei­se woll­te er sich rück­wärts hin­aus­be­we­gen, doch im Schreck muss­te er irgend­ei­ne hek­ti­sche Bewe­gung gemacht haben. Das Ding hat­te ihn bemerkt! Es beweg­te sich!
Es wand­te sei­nen schreck­li­chen Kopf, zwei bedroh­lich leuch­ten­de Augen erfass­ten ihn. Der Kar­to­graph tau­mel­te rück­wärts, woll­te davon ren­nen als es droh­te mit rie­si­gen klau­en nach ihm zu grei­fen!
Es schnaub­te wütend aus sei­nen Nüs­tern. Fie­ber­haft ver­such­te er in sei­ner Not­la­ge noch die Schalt­flä­che “Sen­den” auf dem Pad zu drü­cken.
Wenn sein Leben hier enden soll­te, dann wenigs­tens nicht umsonst! Wenigs­tens wür­de er mit sei­nen Fun­den und deren Über­lie­fe­rung im Ange­sicht des eige­nen Todes als Held in die Geschich­te ein­ge­hen!

Ein paar rei­sen­de Mit­glie­der irgend­ei­nes Ver­val­len-Clans rit­ten gemüt­lich auf schwer bepack­ten Nauts vor­über. Sie hör­ten ein schau­ri­ges Geschrei aus der Höh­le kom­men, von der sie wuss­ten, dass man sie lie­ber nicht betre­ten soll­te.

So, das war’s für heu­te! Ver­gesst nicht, dass ich einen You­Tube-Kanal habe, da gibt es mei­nen klei­nen Vlog und Timel­ap­ses zu gucken.

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Skýmir Leseprobe (SciFi Geschichte) Teil 5

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Mein Kurzgeschichten Soundtrack

  1. Anonymous

    Fes­selnd geschrie­ben! Kann mir alles gut vor­stel­len. War­um geht der auch in die Höh­le, ganz allei­ne, hat der noch kei­ne alten Hor­ror­fil­me gese­hen!?

  2. Anonymous

    Ach ja, tol­les Cover! Ich lie­be dei­ne SiFi Land­schafts­bil­der, könn­te mir die gan­zen Wän­de damit tape­zie­ren 😃. Ich freue mich auch schon auf dein Buch.

  3. span­nend unter­halt­sam mit klei­nen humo­res­ken ein­schlä­gen bom bom bam wei­ter so

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