Skýmir Leseprobe (SciFi Geschichte) Teil 4

Ský­mir Lese­pro­be (Sci­Fi Geschich­te) Teil 4 ist fer­tig.
Aber: Oh nein! Es ist Sonn­abend! Mein Blog-Tag ist doch Frei­tag!
Ich habe mich selbst geär­gert, aber ich kom­me gera­de nicht hin­ter­her. Ich war aber nicht faul! Ich mache dem­nächst mal einen Post außer der Rei­he und erzäh­le, was ich so gemacht habe. Heu­te rede ich aber nicht wei­ter um den hei­ßen Brei her­um und rücke gleich raus mit der Fort­set­zung von Ský­mir. Für Sta­tus-Updates (oder so…) checkt doch mal mei­nen Twit­ter Account, wür­de mich freu­en, euch dort zu sehen!

Skýmir Leseprobe (SciFi Geschichte) Teil 4

Skýmir Leseprobe (SciFi Geschichte) Teil 4

Was bis­her geschah

SKÝMIR Lese­pro­be Teil 1

SKÝMIR Lese­pro­be Teil 2

SKÝMIR Lese­pro­be Teil 3

In Win­des­ei­le war das Gesicht has­tig mit kal­tem Was­ser gewa­schen, die Zäh­ne in drei Sekun­den anstatt drei Minu­ten geputzt, die Haa­re sowie­so nicht gebürs­tet und pünkt­lich erschien eine zum Ein­satz berei­te Hil­da am genann­ten Han­gar, wo ein Luft­schiff anlag. Zwei ande­re Sol­da­ten waren gera­de dabei, hin­ein zu gehen. Zwei wei­te­re, die davor stan­den, mach­ten ihnen Platz. Als Hil­da sie erkann­te, eil­te sie mit gro­ßen Schrit­ten auf sie zu.
»Bor­gir!« rief sie erfreut. Er war nur schwer zu über­se­hen. Den ande­ren, der neben ihm stand. kann­te sie nur flüch­tig, sein Name war Vinur, so viel wuss­te sie zumin­dest. Er hob die hand zum Gruß, Bor­gir und Hil­da begrüß­ten sich mit einem fes­ten Hand­schlag und dem Zusam­men­stoß ihrer Schul­tern.
»Kommst auch auf die Par­ty, was Klei­ne?« lächel­te er. Dabei war nicht sie klein, son­dern er war über­durch­schnitt­lich groß und von kräf­ti­ger Sta­tur. Für ihn war ein­fach jeder klein.
»Sieht ganz so aus! Wur­de eben erst aus dem Bett geschmis­sen. Aber wo geht‘s eigent­lich hin?«
»Du hast kei­ne Ahnung?« lach­te Bor­gir.
Sie zuck­te mit den Schul­tern.
»Ein paar For­scher der Alli­anz haben nahe der west­li­chen Gren­ze eine Sta­ti­on auf­ge­baut, doch seit Tagen kein Signal von ihnen. Wir sind am nächs­ten dran, also sol­len wir mal nach­schau­en.«
»Eigent­lich wird alle paar Tage ein Sta­tus­re­port per Droh­ne aus­ge­sandt, die ist so pro­gram­miert, läuft also auto­ma­tisch.« misch­te sich Vinur ein, »…ver­däch­tig, wenn da nichts mehr kommt. Das Ver­val­len-Pack hat was damit zu tun, sag’ ich euch!«
»Man möch­te mei­nen, die Ver­val­len sind rei­ne Bar­ba­ren, wenn es nur so ein­fach wäre.« merk­te Bor­gir an.
»Du meinst, sie haben die Droh­ne abge­fan­gen?« spe­ku­lier­te Hil­da.
»Wäre nicht abwe­gig…«
Sie frag­te sich, ob dem For­schungs­team etwas zuge­sto­ßen war, alles deu­te­te dar­auf hin. Die Ver­val­len waren über die Jah­re immer mehr zum Pro­blem gewor­den. Sie waren Aus­set­zi­ge und Gesetz­lo­se und nann­ten das Frei­heit. Sie hat­ten sich für das Leben außer­halb der Zivi­li­sa­ti­on ent­schie­den, aber es kam immer wie­der zu Kon­flik­ten zwi­schen den Ver­val­len und der Föde­ra­ti­on, aber auch unter den ein­zel­nen Clans, die unter­schied­li­che Zie­le ver­folg­ten.
Hin­ter ihnen leuch­te­ten die klei­nen LED-Lam­pen des Schif­fes auf und ein lau­tes Rau­schen erklang.
»Schät­ze es geht los!« sag­te Bor­gir und schob sich an Hil­da vor­bei. Vinur eil­te bereits die Ram­pe hin­auf und rief ihnen zu: »Hijg­jold war­tet nicht gern!«
»Die kommt mit?« dach­te Hil­da zu sich selbst. Sie wun­der­te sich etwas dar­über, irgend­wie ver­lieh das die­ser Mis­si­on mehr Gewicht.

Der Trup­pen­trans­por­ter war über­schau­lich. Dar­an gemes­sen wür­den sie nur eine bis zwei Stun­den flie­gen müs­sen, schätz­te Hil­da, setz­te sich auf den Platz neben Bor­gir und schnall­te sich an. An jeder Sei­te befan­den sich drei Sit­ze, sie waren in knal­li­gem rot-oran­ge, genau wie die Gur­te, die aber brau­ne Strei­fen hat­ten. Ihr gegen­über saß Vinur, dane­ben Svar­re und Sil­frie. Sie kann­te ihn nicht gut, aber zumin­dest vom Hören­sa­gen kann­te ihn jeder. Er hat­te bereits grau­es Haar und dien­te dem Orden der Heimd­all und sei­ner Flot­te schon seit vie­len Jah­ren. Er dach­te aber über­haupt nicht dar­an, einen höhe­ren Pos­ten zu beset­zen. Es gefiel ihm, wie es war und das wuss­te jeder. Es ver­such­te auch nie­mand mehr, ihm eine »bes­se­re« Posi­ti­on anzu­bie­ten.
Yng­vild Hijg­jold stand von ihnen abge­wandt und war dabei, mit dem Pilo­ten zu spre­chen, wobei sie sich zu ihm vor­beug­te.
Das Rau­schen wur­de kurz lau­ter, es wackel­te als Hijg­jold sich auf­recht hin­stell­te, den Sol­da­ten ent­ge­gen sah und sie mit kur­zen Bli­cken mus­ter­te. Sie hielt sich an einem der Hand­rie­men fest, die von der Decke bau­mel­ten.
Sie war klei­ner als alle ande­ren an Bord und muss­te ihren Arm stre­cken, um die Rie­men zu errei­chen. Aber ihr gesam­tes Auf­tre­ten, Mimik und Stim­me lie­ßen nie­man­den ihre Auto­ri­tät anzwei­feln. In gewohnt her­bem Ton rich­te­te sie das Wort an ihren klei­nen Trupp: 

»Angren­zend an West-Del­lin­gur, außer­halb der Mau­er liegt unser Ziel das wir in vor­aus­sicht­lich 95 Minu­ten errei­chen wer­den. Ein Alli­anz-For­schungs­team, das vor Ort Unter­su­chun­gen anstell­te, hat kei­nen Bericht erstat­tet. Im bes­ten Fall haben wir es mit ein­fa­chem tech­ni­schen Ver­sa­gen zu tun. Im schlimms­ten und wahr­schein­li­che­ren Fall, sind sie einem Angrif der Ver­val­len oder dort behei­ma­te­ten Tie­ren zum Opfer gewor­den. Es ist unse­re Auf­ga­be, das her­aus zu fin­den. Sei­en Sie auf das Schlimms­te vor­be­rei­tet.«
Ein lei­ses Rau­nen ging durch das Schiff. Die Kom­man­dan­tin sah bedeu­tungs­voll zu Hil­da hin­über, ihre Bli­cke tra­fen sich. Doch Hijg­jold sag­te nichts und ihre Mie­ne blieb unver­än­dert. Es war nur eine Sekun­de, aber ein stren­ger Blick von ihr fühl­te sich an wie eine hal­be Ewig­keit. Hil­da war erleich­tert als sie sich leicht schwan­kend weg dreh­te, sich rechts neben Bor­gir setz­te den Gurt über Brust und Hüf­te mit einem Kla­cken ver­schloss. Den Rest der Rei­se wur­de kaum gespro­chen. Hil­da war lang­wei­lig.

Fast wäre sie ein­ge­schla­fen, aber es rüt­tel­te und pol­ter­te als sie zur Lan­dung ansetz­ten. Es war win­dig, wie sie beim Blick hin­aus fest­stell­te. Sie konn­te sehen wie der Sand um sie her­um auf­wir­bel­te, dann gab es einen kur­zen Ruck und lang­sam ver­stumm­te das Rau­schen der Moto­ren, Gur­te klick­ten auf. Alle stan­den auf, Waf­fen wur­den ein letz­tes Mal über­prüft und in ihre Hols­ter gesteckt und übri­ge Aus­rüs­tung aus den Stau­räu­men über den Sit­zen geholt. Hijg­jold schul­ter­te eine Scout­ge­wehr, im Beinhalf­ter steck­te eine Hand­feu­er­waf­fe, so wie immer. Nur dass sie anstel­le des Scout­ge­wehrs übli­cher­wei­se auf ein Prä­zi­si­ons­ge­wehr setz­te. Eine Ram­pe war bei ihrer gerin­gen Distanz zum Boden nicht nötig, sie sprang als Ers­te hin­aus, die ande­ren folg­ten ihr.
Sie blick­ten auf eine klei­ne Ansamm­lung von Con­tai­nern, Unter­künf­te und For­schungs­ein­hei­ten des Teams, was hier sta­tio­niert wor­den war, von dem bis­her aber nichts zu sehen war.


Hildas hell­blon­des Haar wur­de von einem kräf­ti­gen Wind zer­zaust, es war bewölkt und der Him­mel grau. Um sie her­um war außer den Con­tai­nern nichts zu sehen. Eine tro­cke­ne, aber küh­le Land­schaft bot sich rings­her­um dar.
Bis zu den Con­tai­nern bot die Umge­bung kei­ner­lei Deckung, Kom­man­dan­tin Hijg­jold gab schwei­gend ein Hand­zei­chen. Bor­girs Zei­chen. Mit dem Auto­ma­tik­ge­wehr, das er schuss­be­reit mit bei­den Hän­den vor sich her trug, lief er in kur­zen aber schnel­len Schrit­ten vor­an. Hil­da direkt hin­ter ihm, Pis­to­le in der Hand. Sil­frie und Vinur zogen an jeweils einer Sei­te nach, dann folg­te Hijg­jold, frei­hän­dig aber flink und geduckt. Schluss­licht bil­de­te Svar­re, der – eben­falls ein Auto­ma­tik­ge­wehr im Anschlag – sich miss­trau­isch umsah, wäh­rend er lief.
Dumpf ließ Bor­gir sich gegen die Wand neben der Tür des ers­ten Con­tai­ners pral­len, stand seit­lich davon, Hil­da tat es ihm nach. Er nick­te ihr zu. Die Ande­ren ver­teil­ten sich in ihrer Nähe.
Hil­da drück­te auf den Tür­öff­ner. Nichts beweg­te sich. Sie sahen zu Svar­re. Als er das rea­li­sier­te, schien er inner­lich zu flu­chen, schüt­tel­te wider­wil­lig den Kopf und schritt über­mä­ßig läs­sig hin­über zu ihnen, wobei ihm der Schweiß trotz der küh­len Luft auf der Stirn stand. Die Tür war mit einem Code gesich­tert, eine Vor­sichts­maß­nah­me. Es war nun an ihm die­se Funk­ti­on zu über­schrei­ben. An sich stell­te das auch kei­ner­lei Pro­blem dar, außer dass nie­mand wuss­te, was sich hin­ter der Tür ver­barg, die sich gleich öff­nen wür­de. Und das tat sie.
Svar­re schnell­te im sel­ben Augen­blich einen Schritt zurück und rich­te­te die Waf­fe auf das Inne­re des Con­tai­ners, ließ sie dann sin­ken.
»Schei­ße…« sag­te er nur und starr­te hin­ein.

Geschrieben von Miriam Esdohr